Fr. Okt 7th, 2022

-Codiererausstattung beachten

 

 

• Der Piezo-Injektor ist am Anschluss der Hochdruckleitung erkennbar. Diese ist am Kopf des Injektors verschraubt, also gerade von oben
Um einen größeren Betätigungsweg zu erreichen, lässt sich ein Piezo-Element in mehreren Schichten aufbauen. Dieser Zusammenbau wird Aktuator genannt. Der Aktuator besteht aus 264 einzelnen Schichten. Beim Anlegen der maximalen Spannung von 200 V wird der Aktuator um 0,045 mm länger. Der Koppler arbeitet wie ein hydraulischer Zylinder. Der hydraulische Koppler überträgt die Kraft und damit den Betätigungsweg unabhängig von der Betriebstemperatur. Die axiale Ausdehnung des Aktuators erzeugt einen Druck im hydraulischen Koppler. Dieser Druck wird auf das Schaltwegventil übertragen. Wenn der Aktuator nicht angesteuert ist, ist das Schaltwegventil geschlossen. Damit ist die Niederdruckseite von der Hochdruckseite getrennt. Der hydraulische Koppler gleicht ein eventuell auftretendes Spiel (z. B. durch Wärmedehnung) aus. Die Düse wird durch den im Steuerraum anliegenden Raildruck geschlossen gehalten. Bei angesteuertem Aktuator öffnet das Schaltwegventil. Der Druck im Steuerraum sinkt, während die Düsennadel öffnet. Wenn das Schaltwegventil schließt, steigt der Druck im Steuerraum. Die Düsennadel schließt. Der Unterschied zum herkömmlichen Injektor (Magnetventil) ist, dass der Aktuator das Schaltwegventil in Richtung der Düsennadel öffnet. Das Schaltwegventil öffnet gegen den Raildruck im Steuerraum. Wenn ein Piezo-Element von der Spannungsquelle getrennt wird, wird die Ladung wie bei einem Kondensator gehalten. Um eine dauerhafte Einspritzung zu verhindern, ist dem Piezo-Element ein Widerstand parallel geschaltet. Über den Widerstand entlädt sich das Piezo-Element in weniger als 1 Sekunde.

Fehlersuche an Piezo-Injektoren

Für eine vollständige Diagnose der Piezo-Injektoren stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Elektrische Diagnose: Fehlerspeicherabfrage

Elektrische Diagnose: Widerstandsmessung vom Piezo-Element

Laufruheregelung

Die Messung der Rücklaufmenge ist bei Piezo-Injektoren derzeit nicht möglich.
Bei Piezo-Injektoren ist die Rücklaufmenge prinzipbedingt wesentlich geringer als bei Magnetventil-Injektoren.

Achtung!

Bei Motoren mit Piezo-Injektoren liegt im Kraftstoffrücklauf der Kraftstoff-Vorförderdruck an! Das ist für den Betrieb der Piezo-Injektoren notwendig.

Wenn ein Fehler an der High-Side auftritt, kann die Fehlerursache aufgrund der verbundenen Leitungen in jeder Leitung liegen
(bei den N57-Varianten in den Leitungen der Zylinder 1, 2, 3 und Zylinder 4, 5, 6). In diesem Fall fallen alle Injektoren aus.

Die Leitungen der High-Side P_MVH (Magnetventil), bzw. P_PIH (Piezo) sind im DDE-Steuergerät intern gebrückt.
Jeder Injektor ist aber über einen eigenen Pin und eine Leitung mit dem DDE-Steuergerät verbunden. Bei den N57-Varianten sind jeweils drei Zylinder gebrückt:
Zylinder 1, 2, 3 und Zylinder 4, 5, 6 (Bank 1 und Bank 2).

 

• Beim Magnetventil-Injektor ist der Anschluss der Hochdruckleitung seitlich schräg am Injektor verschraubt

Fehlerbehandlung

Wenn die Ansteuerung des Mengenregelventils unterbrochen ist oder einen Kurzschluss nach Masse aufweist, geht das Mengenregelventil auf Vollförderung. Die DDE erkennt den Fehler. Die DDE begrenzt die Einspritzmenge und schaltet auf Druckregelung um. Ab einer Kraftstofftemperatur von 60 °C reduziert die DDE die Einspritzmenge und den Raildruck, um das Raildruckregelventil vor Überhitzung zu schützen.

Bei einem Kurzschluss nach Plus stellt der Motor ab.

Fehlersuche an Magnetventil-Injektoren

Für eine vollständige Diagnose der Magnetventil-Injektoren stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Elektrische Diagnose: Fehlerspeicherabfrage

Elektrische Diagnose: Messung des Spulenwiderstands

Laufruheregelung

Messung der Rücklaufmenge mit Messgerät


 

Wichtig:

Immer nach den Wechsel, müssen die Null-Mengen-Korrektur Werte (NMK) der Injektoren zurückgesetzt werden.
Dazu das folgende Testmodul manuell auswählen:
Servicefunktionen – 01 Antrieb – Diesel Elektronik – Abgleichprogramme – Injektormengenabgleich.

 

Zum Ablauf:

-Aktuelle Mengenabgleichwerte (IMA-Werte) der Injektoren auslesen, vergleichen und notieren
-Alle IMA-Werte der einzelnen Zylinder mit dem universalen IMA

–Rücksetzcode ersetzen und programmieren:
Piezo – Injektor AAAAA5G
Magnetventil – Injektor AAAAAEA

(Hintergrund: Rücksetzen der Injektoradaptionen aller Zylinder)

-Ursprüngliche IMA-Werte wieder programmieren/Eingeben und danach Fahrzeug einschlafen lassen


 

Durch die Toleranzen bei der Herstellung der Injektoren weicht die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge geringfügig von der theoretisch berechneten Kraftstoffmenge ab.
Diese Einspritzmengen-Toleranzen werden nach der Herstellung für jeden Injektor im gesamten Betriebsbereich durch Messungen beim Lieferanten ermittelt.
Aus diesen Messungen wird für jeden Injektor ein Abgleichwert erzeugt.

Bei der Fahrzeugmontage wird nach dem Einbau des DDE-Steuergeräts der Abgleichwert eines jeden verbauten Injektors im DDE-Steuergerät gespeichert.
Die Abgleichwerte sind entsprechend dem Verbau der Injektoren den einzelnen Zylindern zugeordnet.

Mit diesen Abgleichwerten korrigiert das DDE-Steuergerät die berechneten Einspritzmengen in geringem Maße und verbessert so die Abgasemissionen.

Wenn Injektoren erneuert oder getauscht werden, muss sicher gestellt werden,
dass der aufgedruckte Abgleichwert eines jeden Injektors im DDE-Steuergerät dem richtigen Zylinder zugeordnet ist.
Wenn das DDE-Steuergerät erneuert wurde, muss der Injektormengenabgleich ebenfalls durchgeführt werden,
damit die Abgleichwerte der verbauten Injektoren im neuen Steuergerät gespeichert sind!

 

Der Abgleichwert wird oben auf jeden Injektor aufgedruckt, siehe Grafik unten 7-Stelliger CODE

Hinweis!

1.) Für Zylinder, für die kein neuer Abgleichwert eingegeben wird, bleiben die bisherigen Abgleichwerte im DDE-Steuergerät erhalten.
2.) Es werden nur Buchstaben und die Ziffern 1 bis 9 verwendet. Die Ziffer 0 existiert nicht. Es handelt es sich in diesem Fall immer um den Buchstaben O.
3.) Abhängig von den verschiedenen Injektortypen werden siebenstellige oder zwölfstellige Abgleichwerte verwendet..

 

 

Vorgehensweise manuelle Prüfung Injektoren Rücklaufmenge:

– Winkelanschluss für Injektor-Rücklauf mit aufgestecktem Schlauchstück

– geeigneter Messbecher für Dieselkraftstoff

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Rücklaufleitung am zu prüfenden Injektor abziehen

abgezogene Rücklaufleitung verschließen

Winkelanschluss mit Schlauchstück (1) an den Injektor-Rücklauf anstecken, Schlauch in den Messbecher führen

Motor im Leerlauf laufen lassen, Rücklaufmenge messen

GENAUE ANLEITUNG HIER<-

Die Prüfung der Injektor-Rücklaufmengen ist nur bei Injektoren der konventionellen Magnetventiltechnik implementiert.

Für Piezo-Injektoren (zB. N57) ist diese Prüfung nicht vorhanden.

 

 

 

Man kann die Werte der Injektoren sehr schön mit Inpa anschauen.

ABGLEICH

INPA.

Diagnose-Interface am Laptop und Fahrzeug anschließen

  1. Fahrzeug starten
  2. INPA starten
  3. Baureihe auswählen
  4. Motor
  5. Motorvariante auswählen (im Beispiel N54)
  6. Systemdiagnosen (F9) – Bei anderen Motorvarianten ggf. unter ansteuern
  7. EOL Injektormengenabgleich (Shift+F4)
  8. Zu codierenden Injektor auswählen
  9. Werte des Injektors eingeben (stehen ggf. auf dem Injektor)
  10. OK-Button
Rheingold:
Dazu muss folgendermaßen vorgegangen werden:
  1. Rheingold starten
  2. Tätigkeiten
  3. Servicefunktion
  4. Antrieb
  5. Motorelektronik
  6. Abgleichprogramme
  7. Injektoren
  8. Hier findet man die Möglichkeit die Injektoren anzulernen