Fakten zum Motoröl

Fakten zum Motoröl

Früher wechselte man das Motoröl alle 7.500km – 10.000km.
Ende der 90er Jahre verlängerte man das Intervall auf 25.000km. 
Mittlerweile fahren wir 45.000km und mehr mit demselben Motoröl…

Ölhersteller geben eine Haltbarkeit der Öle von 5 Jahren im geschlossenen Gebinde an.
Im Betrieb wird das Motoröl aber permanent mechanischthermisch und chemisch belastet
Ausserdem nimmt das Motoröl alle Verschleißpartikel der Lager, Lagerschalen, Dichtungen etc. auf. 
Bei kurzzeitigen Überhitzungen kann auch Ölkohle entstehen.
In der kalten Jahreszeit sammelt sich auch Wasserdampf im Kurbelgehäuse, also Kondensat. 
Dieses Wasser führt zur Korrosion und beeinträchtigt zusätzlich die Schmierfähigkeit des Motoröls. 
Besonders während der Warmlaufphase erfolgt ein Benzineintrag in das Motoröl.
Unverbranntes Benzin kondensiert an den Zylinderwänden und fließt in die Ölwanne.
Dadurch “stinken” viele Motor aus dem Öleinfülldeckel nach Benzin!
Besonders Kurzstreckenfahrer sind davon betroffen, denn sobald das Motoröl auf Betriebstemperatur ist,
fängt das Benzin an, aus dem Motoröl zu verdampfen. Aber auch dies braucht Zeit. 

Alles in Allem führt die Alterung des Öles zu einer nachlassenden Schmier- und Schutzwirkung. 
Der Verschleiss steigt an. Die Lebenserwartung sinkt.

Meine Meinung zu Longlife?
Nicht akzeptabel. Für Neuwagenkäufer mag es ja egal sein.
Die neuen Motoren werden die Garantiezeit überstehen, auch ohne Ölwechsel.
Neuwagenkäufer treten Ihre Fahrzeuge aber in der Regel nach wenigen Jahren ab.
Sei es aus Luxusgründen oder weil der Leasingvertrag ausgelaufen ist.
Die Probleme mit dem Motor hat dann der Gebrauchtwagenkäufer.
Er beisst in den sauren Apfel und muss die durch Longlife-Motoröl hervorgerufenen Schäden ‘auslöffeln’.

Ich finde:
Ein Ölwechsel ist nicht teuer. Lieber investiert man die 50 Euro in einen frühzeitigen Ölwechsel,
als dass man sich nachher mit einem Motorschaden oder Motordefekt rumärgern muss.

Richtiges Ölwechselintervall:

Ich empfehle einen Ölwechsel spätestens alle 15 TKM, sofern das Fahrzeug unter normalen Bedingungen genutzt wird. 
Ausnahmen:
1. Bei extremer Belastung (sportliche Fahrweise, Anhängerbetrieb, ausschließlich Stadtfahrten) 
soll das Intervall verkürzt werden und zwar auf 7-10TKM. Den Filter kann man dann bei jedem 2. Mal wechseln, 
wenn grad kein Filter zur Hand ist. Aber trotzdem besser mitwechseln. 
2. Wer ausschließlich Langstrecke fährt, der kann auch mal 20TKm mit einem Öl durchfahren.

 

Aber welches Motoröl soll ich verwenden?

Grundsätzlich empfehle ich ausschließlich synthetisches Öl zu verwenden. 
Die Ölpreise sind aktuel dermaßen niedrig, so dass es sich gar nicht lohnt am Öl zu sparen.
Wer am Motoröl spart, der spart am falschen Ende. 
Oder wie sagte mein Bekannter: “Geiz muss man sich leisten können, ich kann es nicht.” 

Grundsätzlich ist beim Motorölkauf auf die Freigabe zu achten.
Mercedes hat sehr hohe Anforderungen an das Motoröl, deshalb ist es vollkommen ausreichend, 
wenn man sein Augenmerk nur auf die MB Freigaben richtet.

Für Benzinmotoren sind folgende Freigaben interessant:

MB 229.3 für ältere BMW
MB 229.5 Die höchste Anforderung an Motoröl für Benziner, auch für Longlife geeignet

Grob gesagt:
Wer einen BMW Saugbenziner bis Bj. 2003 fährt, der ist mit Öl nach MB 229.3 bestens bedient.
Die meisten erfordern sogar nur ein Öl nach MB 229.1

Wer einen neueren Benziner, M-Motor oder gar Turbobenziner hat, der sollte zu Öl nach MB 229.5 greifen.
Kurze Anmerkung: Ich benutze bewusst Mercedes Freigaben, weil diese meiner Meinung nach einfach besser/ klarer sind.

Aber die Freigabe sagt noch nicht alles. Welche Viskosität?

Im normalen Alltagsbetrieb rund ums Jahr reicht 5W40 Motoröl aus.
Wer viel im Winter unterwegs ist oder Kurzstrecke fährt, der sollte ein dünnflüssigeres 0W40 nehmen.
Wer einen M oder Turbomotor fährt und ihm öfters die Sporen gibt, 
der sollte zu einem temperaturstabilen Öl greifen: 5W50.

Ausnahme hier wäre der Ölfresser E39 M5. Der braucht Castrol 10W60.

 

3. So wird der Motorölwechsel durchgeführt: 

3.1 Öl Ablassen

– Fahrzeug warmfahren 
– auf Rampen, eine Hebebühne oder Grube fahren 
– Öleinfülldeckel lösen 
– Ölablassschraube öffnen
– ggf. Ölfilterdeckel abschrauben und Ölfilter herausnehmen 
– Öl weiter abtropfen lassen
 

3.2 Reinigung 

– während dessen Ölablasschraube und den Ölfilterdeckel mit Bremsenreiniger spülen 
– ggf. neue Dichtringe auf den Filterdeckel aufsetzen
– Ölwannenschraube zudrehen, dabei neue Kupferringe verwenden
– falls möglich etwas neues Öl in das Ölfiltergehäuse kippen
– Ölfilterdichtung einölen, neuen Ölfilter einsetzen und zuschrauben (25Nm max.)

3.3 Öl Einfüllen 

Falls das Motoröl auf Rampen abgelassen wurde, so das Fahrzeug runterrollen – ohne den Motor zu starten,
damit der Benz waagerecht steht. 

– Motor ist aus 
– Öl einfüllen, zuerst etwa 1 Liter weniger als vorgeschriebene Ölfüllmenge 
– Ölstand mit dem Ölmesstab kontrollieren (Bitte nur fusselfreie Lappen zum Abwischen des Messstabes benutzen) 
– Öl nachfüllen bis der Ölstand korrekt ist. Nicht überfüllen.
– Motor starten, Öl wird in den Ölfilter gepumpt 
– Motor ausmachen und nach 2 Minuten den Ölstand ablesen, ggf. Öl nachfüllen 

 

 

 

 

 

 

Quelle:rodionenkin.de